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Praxisbeiträge zu SAP Finance und Controlling. Andreas Niestroj | ANICONSAP

Produktkostenrechnung während einer schrittweisen Transformation

Wenn Produktionsstandorte zu unterschiedlichen Zeitpunkten auf S/4HANA wechseln, kann ein Produkt Werke mit unterschiedlichen SAP-Systemen durchlaufen. Die Produktkostenrechnung muss dann der Produktionskette über ECC- und S/4HANA-Grenzen folgen.

Die zentrale Frage lautet: Wie erhält die nächste Produktionsstufe die Kosteninformationen der vorherigen Stufe? Das Design muss festlegen, welche Werte übertragen werden, wann sie vorliegen und wie sie in die nächste Kalkulation eingehen. Bei wiederholten Systemwechseln ist die Reihenfolge besonders wichtig.

Meine Projekterfahrung umfasst RFC-Datenaustausch und stufenweises Kosten-Rollup über diese Grenzen. Ein sinnvoller Ausgangspunkt ist eine Darstellung der Produktionskette, die für jede Stufe das verantwortliche System und die benötigten Kalkulationseingaben zeigt.

Margin Analysis und der Zeitpunkt der Ergebnisrechnung

Zur Konzeption der Ergebnisrechnung gehört eine praktische Frage: Welche Informationen stehen bereits vor dem Monatsabschluss zur Verfügung? Lassen sich die benötigten Merkmale aus operativen Buchungen ableiten, können ausgewählte Sichten ohne vorgelagerte Monatsabrechnung entstehen.

Bei WestLotto bildeten Innenaufträge und Materialnummern die Grundlage der Merkmalsableitung. Das Controlling-Modell unterstützte parallele Deckungsbeitragssichten und Wochenberichte, die nicht von CO-PA-Abrechnungsbuchungen abhingen.

Das Beispiel zeigt, warum Berichtsdimensionen gemeinsam mit ihren Quellobjekten definiert werden sollten. Berichtsdesign und Abrechnungsdesign sind für den jeweiligen Geschäftsprozess getrennt zu betrachten.

Konzerninterne Leistungsverrechnung verbindet CO und FI

Ein Intercompany-Leistungsprozess benötigt eine klare Verbindung zwischen der operativen Leistung, ihrer Bewertung und den Buchungen in den beteiligten Gesellschaften. Bei stundenbasierten Leistungen betrifft das den Empfänger, die Bewertung der Stunden sowie Rechnungsstellung und Gegenbuchungen.

Meine Roche-Erfahrung umfasste Leistungsverrechnung an drei Gesellschaften und eine Schnittstelle für automatische Cross-Company-Rechnungen und Gegenbuchungen. Die Aufgabe verband operative Leistungsdaten mit dem Finance- und Controlling-Prozess.

Im Workshop beginne ich mit dem Leistungsfluss und den beteiligten Gesellschaften. Anschließend verfolgen wir einen vollständigen Fall von der erfassten Leistung über Verrechnung und Fakturierung bis zu den Buchungen auf beiden Seiten.